Geologe/Geologin werden
„Geolog/-innen untersuchen Gesteine, Böden, Grundwasser und geologische Strukturen, um herauszufinden, wie Landschaften entstanden sind, welche Rohstoffe im Untergrund liegen oder ob ein Gelände für ein Bauprojekt geeignet ist.“
Was macht man als Geologe/Geologin?
Als Geologe/Geologin untersuchst du den Aufbau, die Zusammensetzung und die Geschichte der Erde. Dabei geht es nicht nur um weit zurückliegende Erdzeitalter, sondern oft auch um einen direkten Bezug zur Gegenwart: Wo kann gebaut werden? Wie bewegt sich Grundwasser durch den Untergrund? Welche Gebiete sind durch Erdrutsche gefährdet?
Ein Geologe/eine Geologin sammelt nicht einfach nur Steine. Viel häufiger geht es darum, aus verschiedenen Hinweisen ein möglichst zuverlässiges Bild des Untergrunds zu entwickeln.
Geolog/-innen arbeiten unter anderem an der Untersuchung von Gesteinsschichten, Rohstoffvorkommen, Baugrund und Naturgefahren. Auch bei Tunnel-, Straßen-, Wasserbau- und anderen Infrastrukturprojekten kann ihre Einschätzung wichtig sein. Die konkreten Aufgaben hängen stark vom jeweiligen Fachgebiet ab.
Typische Tätigkeiten sind zum Beispiel:
- Gelände geologisch untersuchen und kartieren
- Gesteins-, Boden- oder Wasserproben entnehmen
- Bohrungen planen, begleiten und dokumentieren
- Proben im Labor untersuchen
- geologische Karten und Untergrundmodelle erstellen
- Messdaten mit spezieller Software auswerten
- Rohstoffvorkommen suchen und bewerten
- Standorte für Geothermie oder unterirdische Speicher untersuchen
- Gutachten, Berichte und Stellungnahmen verfassen
- Ergebnisse gegenüber Behörden, Unternehmen oder Projektteams präsentieren
Wie wird man Geologe/Geologin?
Der übliche Weg führt über ein Hochschulstudium. Geeignete Studienrichtungen heißen zum Beispiel Geologie oder Geowissenschaften. Im Bachelorstudium werden zunächst natur- und geowissenschaftliche Grundlagen vermittelt. Hinzu kommen Geländeübungen, Kartierungen, Laborpraktika und die Arbeit mit geografischen Informationssystemen.
Für viele klassische Tätigkeiten als Geologe/Geologin ist ein anschließendes Masterstudium sinnvoll oder wird von Arbeitgebern erwartet, beispielsweise in Geologie, Hydrogeologie oder Geowissenschaften. Das gilt besonders für spezialisierte Aufgaben, Forschungstätigkeiten und Positionen mit größerer fachlicher Verantwortung.
Welche Voraussetzungen braucht man als Geologe/Geologin?
Für den Beruf solltest du dich für Naturwissenschaften und technische Zusammenhänge interessieren. Hilfreich sind außerdem räumliches Vorstellungsvermögen, analytisches und logisches Denken sowie sorgfältiges Beobachten. Du solltest außerdem Freude an der Arbeit mit Karten und Daten haben und gerne im Team arbeiten.
Gerade bei Bauprojekten oder der Beurteilung von Naturgefahren können geologische Einschätzungen weitreichende Folgen haben. Deshalb müssen Geolog/-innen genau arbeiten, Unsicherheiten offen benennen und ihre Ergebnisse nachvollziehbar begründen. Auch körperliche Belastbarkeit für Geländearbeiten ist bei vielen Positionen wichtig.
Wo arbeiten Geolog/-innen?
Manche Geolog/-innen arbeiten überwiegend am Computer und analysieren Daten, Karten oder digitale Geländemodelle. Andere sind regelmäßig auf Baustellen, in Steinbrüchen, an Bohrstellen oder in schwer zugänglichem Gelände unterwegs.
Geolog/-innen können überall dort tätig werden, wo Informationen über Boden, Gestein, Grundwasser oder den Untergrund benötigt werden. Dazu gehören etwa geologische und geotechnische Ingenieurbüros, Umweltbüros, Bauunternehmen, Bergbau- und Rohstoffunternehmen sowie Unternehmen im Tunnel-, Straßen- und Wasserbau.
Mögliche Arbeitgeber sind zudem Energieunternehmen, Bohrunternehmen, Unternehmen im Bereich Geothermie, Wasserversorger, geologische Landesdienste sowie Umwelt- und Naturschutzbehörden. Wer sich eher für Forschung und Vermittlung interessiert, wird bei Forschungsinstituten, Museen, Universitäten und Hochschulen fündig.
FAQ
Arbeitet man als Geologe/Geologin viel draußen?
Das hängt stark von der Spezialisierung ab. Während einer geologischen Kartierung oder bei der Begleitung von Bohrungen und Bauprojekten kann ein großer Teil der Arbeit draußen stattfinden. Andere Stellen bestehen überwiegend aus Büro-, Labor- und Computerarbeit.
Welche Rolle spielen Computer und moderne Technik?
Die moderne Geologie ist stark digitalisiert. Geolog/-innen arbeiten mit geografischen Informationssystemen, Satellitenbildern, Drohnendaten, Messgeräten, Datenbanken und dreidimensionalen Untergrundmodellen.
Ist Geologe/Geologin der richtige Beruf für mich?
Der Beruf passt besonders zu Menschen, die Naturwissenschaften mit praktischer Arbeit verbinden und verstehen möchten, was unter der Erdoberfläche geschieht. Aber auch Datenanalyse, Laborarbeit, digitale Karten und Projektbesprechungen nehmen viel Raum ein.
Arbeiten Geolog/-innen auch mit Dinosauriern?
Dinosaurier und andere ausgestorbene Lebewesen gehören vor allem zum Fachgebiet der Paläontologie. Paläontologie ist eng mit Geologie verbunden, bildet aber nur einen möglichen Schwerpunkt.
Sind Geolog/-innen bei Erdbeben dabei?
Seismolog/-innen und Geophysiker/-innen untersuchen Erdbeben besonders intensiv. Geolog/-innen können beispielsweise aktive Störungen kartieren, Spuren früherer Erdbeben untersuchen oder Gefahrenkarten erstellen.
Detaillierte Informationen zu den Fachrichtungen
Angewandte Geowissenschaften
Karlsruher Institut für Technologie
Angewandte Geowissenschaften
Karlsruher Institut für Technologie
Angewandte Geowissenschaften
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Angewandte Geowissenschaften
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Angewandte Geowissenschaften
Montanuniversität Leoben
Angewandte Geowissenschaften
Montanuniversität Leoben
Angewandte Geowissenschaften
RWTH Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen
Angewandte Geowissenschaften
RWTH Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen
Angewandte Geowissenschaften
Technische Universität Darmstadt
Angewandte Geowissenschaften
Technische Universität Darmstadt