Geophysiker/in werden
„Geophysiker/-innen erforschen die physikalischen Eigenschaften der Erde: Dazu gehören etwa Erdbeben, das Erdmagnetfeld, die Schwerkraft, die Temperatur im Erdinneren und die Beschaffenheit des Untergrunds.“
Was macht ein/e Geophysiker/in?
Als Geophysiker/in beschäftigst du dich mit dem Aufbau der Erde und den Prozessen, die unter ihrer Oberfläche ablaufen. Du untersuchst beispielsweise, wie Erdbeben entstehen, wie Gesteinsschichten aufgebaut sind und wo sich Grundwasser oder Erdwärme befinden. Dafür wertest du Messdaten aus, führst Untersuchungen im Gelände durch und nutzt physikalische Methoden sowie Computerprogramme, um den Untergrund besser zu verstehen.
Auch wenn wir es kaum bemerken: Unser Planet ist ständig in Bewegung. Tektonische Platten verschieben sich, Vulkane entstehen und Erdbeben setzen Energie frei. Geophysiker/-innen untersuchen diese Prozesse und helfen dabei, besser zu verstehen, wie sich die Erde verändert und warum ihre Erforschung wichtig ist.
Je nach Einsatzgebiet führst du beispielsweise Untersuchungen vor Ort durch oder entwickelst Computermodelle, um geophysikalische Prozesse genauer zu untersuchen. Deine Ergebnisse können dabei helfen, Naturgefahren einzuschätzen, geeignete Standorte für Bauprojekte zu finden oder unterirdische Wasser- und Erdwärmevorkommen aufzuspüren. Auch bei der Erforschung von Umweltveränderungen oder erneuerbaren Energien spielt deine Arbeit eine wichtige Rolle.
Wie wird man Geophysiker/in?
Der Weg in den Beruf führt über ein Hochschulstudium. Du kannst Geophysik als eigenständige Studienrichtung oder als Schwerpunkt innerhalb eines Studiums der Geowissenschaften wählen. Auch ein Physikstudium mit entsprechender Spezialisierung kann eine Grundlage für die spätere Tätigkeit bilden. Für viele spezialisierte Stellen oder Tätigkeiten in der wissenschaftlichen Forschung ist meist ein Masterstudium in Geophysik sinnvoll oder erforderlich.
Wo arbeiten Geophysiker/-innen?
Geophysiker/-innen arbeiten unter anderem an Universitäten, Forschungsinstituten, Ingenieurbüros, Vermessungsunternehmen oder in der Industrie. Auch öffentliche Behörden und Einrichtungen, die sich mit Umweltfragen, Naturgefahren oder geologischen Untersuchungen beschäftigen, kommen als Arbeitgeber infrage. Welche Möglichkeiten dir offenstehen, hängt unter anderem von deiner Spezialisierung und deinen praktischen Erfahrungen ab.
In der angewandten Geophysik untersuchst du beispielsweise den Untergrund für Tunnel, Straßen oder andere Bauprojekte. In der Umweltgeophysik beschäftigst du dich mit Grundwasser, möglichen Schadstoffbelastungen oder der Nutzung von Erdwärme. In der Forschung kannst du dagegen Erdbeben analysieren, geophysikalische Modelle entwickeln oder neue Messverfahren erproben.
Manche Geophysiker/innen führen Messungen direkt vor Ort durch, andere verbringen einen großen Teil ihrer Arbeitszeit am Computer oder im Labor. Häufig wechseln sich Geländearbeit, Datenanalyse und die Dokumentation der Ergebnisse ab. Wie dein Arbeitsalltag aussieht, hängt stark von deiner Spezialisierung ab.
Welche ähnlichen Berufe gibt es?
- Als Geologe/Geologin untersuchst du die Zusammensetzung, den Aufbau und die Entwicklung der Erde. Hier stehen häufig auch Gesteine, Mineralien und die Entstehung geologischer Strukturen im Mittelpunkt, während sich Geophysiker/innen besonders auf physikalische Eigenschaften und Messverfahren konzentrieren.
- Der Beruf Geowissenschaftler/in umfasst ein breites Spektrum an Tätigkeiten rund um die Erde, ihre Materialien und ihre natürlichen Prozesse. Je nach Spezialisierung kannst du dich beispielsweise mit Geochemie, Umweltfragen, Rohstoffen oder geologischen Risiken beschäftigen.
- Der Beruf Meteorologe/Meteorologin könnte eher zu dir passen, wenn dich physikalische Prozesse zwar interessieren, du aber lieber Wetter und Atmosphäre untersuchen möchtest. Dabei analysierst du Wetterdaten, entwickelst Prognosen und erforschst atmosphärische Vorgänge.
- Als Geotechniker/in untersuchst du vorrangig die Eigenschaften von Baugründen und beschäftigst dich mit der technischen Planung von Bauvorhaben. Dabei spielen die Stabilität des Untergrunds und die Sicherheit von Bauwerken eine wichtige Rolle.
Welche Voraussetzungen braucht man als Geophysiker/in?
Als Geophysiker/in solltest du dich für Naturwissenschaften interessieren und besonders gerne mit Physik und Mathematik arbeiten. Du brauchst die Fähigkeit, komplexe Zusammenhänge zu verstehen, Messdaten sorgfältig auszuwerten und aus verschiedenen Informationen nachvollziehbare Schlussfolgerungen zu ziehen. Auch ein gutes räumliches Vorstellungsvermögen hilft dir, den Aufbau des Untergrunds und geophysikalische Prozesse zu untersuchen.
Darüber hinaus sind Informatikkenntnisse, eine strukturierte Arbeitsweise und Geduld bei der Analyse umfangreicher Daten hilfreich. Je nach Tätigkeit solltest du außerdem gerne im Team arbeiten, wissenschaftliche Ergebnisse verständlich erklären können und bereit sein, gelegentlich im Freien oder an wechselnden Einsatzorten zu arbeiten. Gute Englischkenntnisse sind ebenfalls wichtig, da viele internationale Forschungsprojekte auf Englisch stattfinden.
FAQ
Kann man als Geophysiker/in Erdbeben vorhersagen?
Geophysiker/innen können Erdbeben untersuchen, ihre Ursachen erforschen und Gefahrengebiete analysieren. Den genauen Zeitpunkt, Ort und die Stärke eines einzelnen Erdbebens können sie jedoch bislang nicht zuverlässig vorhersagen.
Arbeiten Geophysiker/-innen im Freien?
Das hängt von deiner Tätigkeit ab. Bei Feldmessungen untersuchst du den Untergrund direkt vor Ort. Andere Aufgaben, beispielsweise die Auswertung von Messdaten oder die Entwicklung von Modellen, finden überwiegend am Computer oder im Labor statt.
Was verdient ein/e Geophysiker/in?
Als Geophysiker/in kannst du je nach Berufserfahrung, Arbeitgeber und Spezialisierung unterschiedlich viel verdienen. In Deutschland und Österreich liegt das durchschnittliche Bruttojahresgehalt bei rund 55.000 bis 60.000 Euro, in der Schweiz bei 80.000 bis 100.000 Franken brutto im Jahr.
Kann man als Geophysiker/in zum Klimaschutz beitragen?
Ja, je nach Spezialisierung kannst du beispielsweise die Nutzung von Erdwärme untersuchen, Grundwasservorkommen analysieren oder geophysikalische Daten zur Erforschung von Umweltveränderungen auswerten.
Passt der Beruf Geophysiker/in zu mir?
Der Beruf könnte zu dir passen, wenn du neugierig auf die Erde bist, gerne naturwissenschaftliche Probleme löst und Freude an Mathematik und Datenanalyse hast. Du solltest außerdem bereit sein, dich intensiv mit komplexen Fragestellungen auseinanderzusetzen und wissenschaftliche Ergebnisse sorgfältig zu prüfen.
Detaillierte Informationen zu den Fachrichtungen
Advanced Quantum Physics
Eberhard-Karls-Universität Tübingen
Advanced Quantum Physics
Rheinland-Pfälzische Technische Universität Kaiserslautern-Landau (RPTU)
Angewandte Geowissenschaften
Karlsruher Institut für Technologie
Angewandte Geowissenschaften
Karlsruher Institut für Technologie
Angewandte Geowissenschaften
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Angewandte Geowissenschaften
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Angewandte Geowissenschaften
Montanuniversität Leoben
Angewandte Geowissenschaften
Montanuniversität Leoben
Angewandte Geowissenschaften
RWTH Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen