Historiker/in werden
„Historiker/-innen erforschen vergangene Ereignisse, analysieren historische Quellen und erklären, wie sich Gesellschaften und Kulturen im Laufe der Zeit entwickelt haben.“
Was macht man als Historiker/in?
Als Historiker/in untersuchst du, wie Menschen in früheren Zeiten gelebt, gedacht und gehandelt haben. Dafür wertest du historische Quellen aus, vergleichst unterschiedliche Darstellungen und ordnest Ereignisse in ihren gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Zusammenhang ein. Dein Ziel ist es, historische Entwicklungen möglichst fundiert zu erklären und neue Erkenntnisse zu gewinnen.
Du musst nicht jede Jahreszahl kennen. Historisches Arbeiten bedeutet vor allem, Entwicklungen zu verstehen, Quellen kritisch zu untersuchen und nachvollziehbare Erklärungen zu finden. Faktenwissen ist wichtig, aber es ist nur ein Teil der Arbeit.
Zu deinen wichtigsten Aufgaben gehört die Recherche: Du durchsuchst beispielsweise Archive, Bibliotheken und digitale Sammlungen nach alten Briefen, Zeitungsartikeln, Urkunden oder Fotografien. Auch Tagebücher, Interviews mit Zeitzeugen, Filme und Gegenstände können wichtige Hinweise liefern. Anschließend prüfst du, wie zuverlässig die Informationen sind und was sich daraus tatsächlich ableiten lässt.
Auf Grundlage deiner Recherche verfasst du wissenschaftliche Texte, Studien, Fachartikel oder Bücher. Je nach Arbeitsbereich bereitest du deine Ergebnisse außerdem für Ausstellungen, Dokumentationen, Vorträge oder Bildungsangebote auf. Dabei ist es wichtig, komplexe Zusammenhänge verständlich zu erklären und zwischen belegbaren Fakten und bloßen Vermutungen zu unterscheiden.
Welche Voraussetzungen braucht man als Historiker/in?
Wenn du Historiker/in werden möchtest, solltest du dich für vergangene Epochen, gesellschaftliche Entwicklungen und politische Zusammenhänge interessieren. Wichtig sind außerdem analytisches Denken, Geduld und eine sorgfältige Arbeitsweise. Du solltest gerne recherchieren, unterschiedliche Perspektiven berücksichtigen und Informationen kritisch hinterfragen können.
Zwei Quellen können dasselbe Ereignis unterschiedlich darstellen. Manchmal fehlen wichtige Dokumente oder die vorhandenen Informationen lassen mehrere Interpretationen zu. Du solltest deshalb Unsicherheiten aushalten und Schlussfolgerungen sorgfältig begründen können.
Auch gute Deutschkenntnisse und eine sichere schriftliche Ausdrucksfähigkeit sind hilfreich, da du viele Texte liest und selbst verfasst. Englischkenntnisse erleichtern dir den Zugang zu wissenschaftlicher Literatur. Je nach Forschungsschwerpunkt können weitere Sprachen, beispielsweise Latein, wichtig sein. Ein bestimmter Schulnoten-Durchschnitt ist nicht grundsätzlich erforderlich.
Wie wird man Historiker/in?
Der klassische Weg in den Beruf führt über ein Bachelorstudium der Geschichte. Du lernst, historische Quellen wissenschaftlich auszuwerten, Fachliteratur kritisch zu lesen und historische Entwicklungen zu analysieren. Nach dem Bachelor kannst du ein Masterstudium anschließen. Je nach Interesse kannst du dich beispielsweise auf Vorgeschichte, Alte Geschichte, Mittelalter, Neuere Geschichte, Zeitgeschichte oder Wirtschafts- und Sozialgeschichte spezialisieren.
Wo arbeiten Historiker/-innen?
Historiker/-innen arbeiten an Universitäten und Forschungseinrichtungen, in Museen, Archiven und Gedenkstätten. Dort untersuchen sie historische Quellen, erforschen vergangene Ereignisse oder entwickeln Ausstellungen. Auch in Verlagen, Redaktionen, der Öffentlichkeitsarbeit und im Kulturmanagement gibt es interessante Tätigkeitsfelder für Geschichtswissenschaftler/-innen.
Wer sich den Beruf hauptsächlich in alten Burgen oder auf historischen Reisen vorstellt, hat nur einen Teil des Tätigkeitsfelds im Blick. Viele Aufgaben finden in Bibliotheken, Archiven oder am Computer statt. Außentermine gibt es vor allem abhängig vom jeweiligen Forschungs- oder Arbeitsbereich.
Als Historiker/in kannst du zum in der öffentlichen Verwaltung, bei Stiftungen oder in Unternehmen arbeiten. Du recherchierst Hintergründe, bereitest Informationen auf oder betreust Projekte. Auch freiberufliche Arbeit ist eine mögliche Option: Manche Historiker/innen übernehmen Rechercheaufträge, schreiben Fachtexte, beraten Film- und Medienproduktionen oder entwickeln historische Inhalte für Institutionen.
Welche ähnlichen Berufe gibt es?
Wenn du dich für Geschichte interessierst, kommen auch Berufe wie Archäologe/Archäologin, Archivar/in oder Kulturvermittler/in infrage. Während Archäolog/-innen vergangene Gesellschaften anhand von Funden untersuchen, bewahren Archivar/innen historische Dokumente. Kulturvermittler/-innen beschäftigen sich mit vor allem mit der Vermittlung kultureller Inhalte, beispielsweise in Museen.
Auch Journalist/in, Kulturmanager/in oder Politologe/Politologin könnten zu dir passen. Im Journalismus recherchierst du Hintergründe und bereitest Informationen verständlich auf. Im Kulturmanagement organisierst du Veranstaltungen und Projekte, während du in der Politikwissenschaft politische Systeme und gesellschaftliche Entwicklungen untersuchst. Für jeden dieser Berufe gelten eigene Ausbildungswege.
FAQ
Muss man als Historiker/in gut in Geschichte sein?
Du solltest dich für historische Themen interessieren und bereit sein, dich intensiv mit ihnen zu beschäftigen. Du musst aber nicht schon vor dem Studium jedes wichtige Ereignis kennen. Viele Methoden der Quellenanalyse und wissenschaftlichen Recherche lernst du erst im Studium.
Wie sind die Berufsaussichten als Historiker/in?
Die Berufsaussichten hängen stark von deiner Spezialisierung und deinem gewünschten Tätigkeitsfeld ab. Stellen in Forschung, Museen und Kulturinstitutionen sind häufig begehrt. Zusätzliche praktische Erfahrungen, digitale Kompetenzen, Sprachkenntnisse und die Bereitschaft, auch verwandte Berufsfelder in Betracht zu ziehen, können deine Möglichkeiten erweitern.
Kann man als Historiker/in im Museum arbeiten?
Ja, Museen gehören zu den klassischen Arbeitsfeldern. Du kannst beispielsweise Ausstellungen mitentwickeln, Sammlungen wissenschaftlich bearbeiten, Ausstellungstexte verfassen oder Bildungsangebote gestalten. Je nach Position werden neben dem Geschichtsstudium zusätzliche Kenntnisse in Museologie, Sammlungsarbeit oder Vermittlung erwartet.
Kann man als Historiker/in im Journalismus arbeiten?
Ja, historische Recherche und die Fähigkeit, Quellen kritisch zu bewerten, sind auch im Journalismus nützlich. Du kannst beispielsweise Hintergrundartikel schreiben, Dokumentationen unterstützen oder historische Themen für Online-Medien aufbereiten. Für den Berufseinstieg sind redaktionelle Praxis, journalistische Ausbildung oder entsprechende Arbeitsproben häufig hilfreich.
Passt der Beruf Historiker/in zu mir?
Der Beruf könnte zu dir passen, wenn du neugierig bist, gerne recherchierst und dich für die Hintergründe gesellschaftlicher Entwicklungen interessierst. Du solltest Freude am Lesen und Schreiben haben, sorgfältig arbeiten und auch dann dranbleiben können, wenn eine Recherche nicht sofort zu einem Ergebnis führt.
Detaillierte Informationen zu den Fachrichtungen
- Alte Geschichte | Master
- Geschichte | Lehrgang
- Geschichtswissenschaften | Bachelor
- Geschichtswissenschaften | Bachelor-Fernstudium
- Geschichtswissenschaften | Master
- Geschichtswissenschaften | Master-Fernstudium
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- Neuere Geschichte (bis ca. 1800) | Master
- Neueste Geschichte | Master
- Vorgeschichte | Bachelor
- Vorgeschichte | Master
- Wirtschafts- und Sozialgeschichte | Master
Geschichte/Politik: Deutschland damals und heute
ILS - Institut für Lernsysteme
Geschichtswissenschaft
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Allgemeine und Schweizergeschichte der Neuzeit
Universität Freiburg / Université de Fribourg
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